Besuch von Oliver Paasch bei J.M. Leufgen, Metallgestaltung
Ferdy Meyers und Racepoint/Specialized
Ministerpräsident wirbt in Schönberg
für den Gewerbestandort Ostbelgien
Der Ministerpräsident war auf Marketingtour. Jedoch nicht in eigener Sache. Nein, Oliver Paasch putzte Klinken für den Standort Ostbelgien. Keineswegs zum ersten Mal, sondern wie seit knapp zwölf Monaten regelmäßig. Quasi als eine Art Handelsvertreter bei der Akquise weiterer Markenbotschafter.
Eine Reportage von Norbert Meyers (Text und Bilder)
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Und bei J.M. Leufgen AG in Schönberg traf er am 4. Mai 2018 auf einen guten (alten) Bekannten. Denn zu Günther Leufgen unterhielt Oliver Paasch bereits beste geschäftliche Beziehungen vor seinem Wechsel in die Politik - damals in seiner Funktion in Diensten von KBC/CBC. Und so entwickelte sich umgehend ein ebenso zwangloser wie freundlicher Austausch mit Fokus auf den Gewerbestandort Ostbelgien, den das Schönberger Unternehmen seit knapp sieben Jahrzehnten propagiert.
Enge Beziehungen aus der Zeit „vor der Politik“

Aufgrund der früheren geschäftlichen Beziehungen zum Eifeler Traditionsunternehmen war dem Ministerpräsidenten in der Power-Point-Präsentation, die Firmenchef Günther Leufgen mit gewohnt unterhaltsamen und scharfzüngigen Kommentaren „garnierte“, denn auch längst nicht alles neu. Im Gegensatz zu Daniel Niessen, dem sich hier - wie nachfolgend bei Rundgang über das weitläufige Gelände am „Wejerwääch“ - zahlreiche Ansätze auftaten, die J.M. Leufgen AG förmlich zum Markenbotschafter prädestinieren.
Der Austausch war rege, betraf zahlreiche Facetten der aktuellen Unternehmensstruktur in Ostbelgien, so die für die Eifel spezifische Nähe zu Luxemburg, wo der Betrieb aufgrund der europäischen Vorgaben seit vierzehn Jahren eine Niederlassung unterhält. Zum Hintergrund: Wegen einer Auftragslage bis zu neunzig Prozent im Großherzogtum müssen die Beschäftigten auch dort „in den Kassen sein“ (wie es nach wie vor im Volksmund heißt). Und das sind in der Zwischenzeit knapp achtzig Prozent des Personalbestandes von insgesamt rund hundert Mitarbeitern.
Die gegenteilige Auswirkung ist mitunter schon recht kurios: Nach Auskunft von Thomas Jacobs, zuständig fürs Personalwesen, dürfen solche Arbeitnehmer lediglich zweiundvierzig Tage auf einer Baustelle in Belgien arbeiten, ohne den Verlust ihrer Luxemburger Rechte zu verlieren. Die Folge: Auf größeren Baustellen in der Eifel, wie etwa in jüngerer Vergangenheit beim Restaurant „Quadras“ in St.Vith oder bei „Amel-Mitte“ in Amel, muss das Unternehmen präzise Buch führen über den Einsatz der Arbeitskräfte vor Ort und nicht selten die eine oder andere Equipe austauschen, um den gesetzlichen Vorgaben nachzukommen.
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Personalmangel auf dem regionalen Arbeitsmarkt
Was aber keineswegs ein Hindernis sein muss, dass auch J.M. Leufgen AG sich in naher Zukunft dem Kreis „Ein Unternehmen aus Ostbelgien“ anschließt. Übrigens eine Kampagne, bei der Daniel Niessen, im Ministerium zuständiger Referent für Standortmarketing, just beim Besuch in Schönberg die Bewerbung Nummer 200 verkünden konnte, hierunter nahezu achtzig Prozent Unternehmen aller Größenordnungen, die mit dem Label nicht nur ihre regionale Herkunft dokumentieren, sondern vor allem für die Qualität und Vielfalt des gewerblichen Standortes Ostbelgien werben.
Und vor allem mobil machen für die hiesigen Betriebe, die händeringend nach qualifiziertem Personal suchen. Personal, das in naher Zukunft unweigerlich von außen kommen muss. Hintergrund ist einerseits die demografische Entwicklung, andererseits die exponierte Grenzlage und die damit verbundenen Pendlerbewegungen. Zwei Parameter, an denen sich aber de facto nichts ändern lässt.
Nur sind die Auswirkungen in der Zwischenzeit in und für den Standort Ostbelgien alarmierend. In fast allen Bereichen der Privatwirtschaft, aber ebenso des öffentlichen Dienstes ist der Mangel an Fach- und Führungskräften akut.
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„Ersatzquote“ in Ostbelgien sinkt bald unter sieben
Als Beleg für die akuten Rekrutierungsprobleme etwa „im eigenen Haus“, sprich: bei der Deutschsprachigen Gemeinschaft seien „die vielen Stellenanzeigen, die wir schalten“, so Oliver Paasch. Und zwar keineswegs immer neue, zusätzliche Stellen. Nein, „wir müssen immer öfters Angebote zwischen fünf und zehn Mal ausschreiben, bevor wir überhaupt einen geeigneten Bewerber finden“.
In den vielen Kontakten in den vergangenen Monaten seit der offiziellen Einführung der Standortmarke kommt irgendwann zwangsläufig die wirtschaftliche Situation an Landes-, Kultur- und Sprachgrenzen Thema. „Wir wollen nicht nur die Werbetrommel rühren, wir müssen. Sonst droht irgendwann der gewerbliche Ausverkauf Ostbelgiens“, unterstreicht Oliver Paasch die Notwendigkeit der Strategie.
Der Beleg in Zahlen: Die so genannte Ersatzquote aus dem Arbeitsmarkt ist seit dem Jahre 2015 unter eins gesunken, das heißt: es gibt aktuell bei uns mehr Menschen, die den Beruf altersbedingt verlassen, als Menschen, die nachrücken. Und sie werde weiter sinken, so der Ministerpräsident, auf unter null Komma sieben in den nächsten sieben Jahren.
Aktive Kräfte „von außen“ auf uns aufmerksam machen
Konkret: Für zehn Menschen, die im Jahre 2025 den Arbeitsmarkt verlassen, rücken nicht einmal mehr sieben nach. Und das auch nur unter der Voraussetzung, dass diese „Nachrücker“ in Ostbelgien bleiben und nicht zwischendurch abwandern, so die sicherlich realistische Sorge nicht nur des Ministerpräsidenten.
Ihre Ursache hat diese Entwicklung in der unverrückbaren Altersstruktur, die die Situation noch verschärfen wird. In den nächsten fünf Jahren gehen zahlreiche aktive Kräfte in Ostbelgien in Rente und hinterlassen vielerorts strukturell-personelles Brachland, das aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge der potenziellen Nachrücker auf den Arbeitsmarkt nicht adäquat „bewirtschaftet“ werden kann.
Es sei sicher nicht zu erwarten gewesen, dass sich innerhalb weniger Monate die ganze Welt plötzlich für Ostbelgien interessiere, so Oliver Paasch mit Blick auf das vor rund einem Jahr lancierte Standortmarketing zur Marke Ostbelgien. So vermessen seien die Ansprüche weder bei der Politik noch bei den Partnern aus der Wirtschaft. Jedoch steche ins Auge, dass das Pflänzchen, dass die Regierung im Frühjahr letzten Jahres ausgesät hat, in der Zwischenzeit dank eifriger Pflege und nachdrücklichen Gießens sichtbar wächst und gedeiht.
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Noch stärker für berufliche Ausbildung sensibilisieren
Jedenfalls gehen Woche für Woche neue Anträge zur Nutzung der Marke ein, die gerade in Wirtschafts- und Tourismuskreisen mit offenen Armen aufgenommen worden ist. Dort bestehe, so Daniel Niessen, vielerorts die Bereitschaft, mit dem Logo Ostbelgien zu werben, also mit der Marke „unterwegs“ zu sein, durchweg im Internet und auf Dokumenten, aber ebenso auf Produkten, Bannern, Fahrzeugen oder Anzeigen.
Wichtig sei auch eine Strategie bei der beruflichen Orientierung am und für den Arbeitsmarkt in Ostbelgien. „Wie können wir die jungen Menschen konkret für die Berufe interessieren und motivieren, die einerseits eine Perspektive haben, andererseits den persönlichen Stärken des Jugendlichen entsprechen?“ In seinen Augen entdecken Jugendliche vielfach zu spät, wie breit eigentlich die Palette an attraktiven Berufsbildern ist. Und zwar explizit neben der akademischen Laufbahn, zu der nach wie vor zu viele Eltern ihre Kinder orientieren (oder gar zwingen) möchten, worüber zwischen Oliver Paasch und Günther Leufgen ungeteilte Übereinkunft herrschte.
Sicherlich führt nach wie vor ein Weg zur Personalanwerbung über die betriebsinterne Ausbildung, die aber wegen fehlenden „Nachwuchses“ in der Zwischenzeit ebenfalls an Grenzen stößt, wie ein Blick auf die vielen offenen Lehrstellen unterstreicht. Bei J.M. Leufgen AG macht derzeit der Anteil der im eigenen Betrieb ausgebildeten Fachkräfte knapp ein Drittel des Personals aus.
Anerkennung für Abfederung der Verkehrssituation mit Eigenmitteln

Breite Anerkennung fand bei der Betriebsbesichtigung ebenfalls die Umgestaltung des gefährlichen Kreuzungsbereiches an der Einmündung des recht steil abfallenden Wejerwäächs in die Bleialfer Straße. „Selbst ist der Mann im Straßenbau!“ In diesem Sinne gestaltete die Firma J.M. Leufgen AG diesen verkehrstechnischen Engpass zwischen Lager und Verwaltung in Eigenregie und mit Eigenmitteln (in Höhe von immerhin rund 200.000 €) in den Jahren 2016 und 2017 um - mit einer deutlich entschärften Trassenführung, klar erkennbaren Abgrenzungen und einem eigenen Fußgängerüberweg. Zudem legte das Unternehmen hier eine attraktive Sitzecke mitsamt Blumenwiese an, die in der Zwischenzeit auch rege von Wanderern und Radfahrern angesteuert wird.
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Übrigens war Oliver Paasch keineswegs das erste Mitglied der aktuellen Regierung, die dem Unternehmen in Schönberg einen Besuch abstattete. Unterrichtsminister Harald Mollers präsentierte hier im Herbst 2014 gemeinsam mit dem IAWM die Lehrlingszahlen, während Isabelle Weykmans, u.a. zuständig für Beschäftigung, zusammen mit Vertretern der WFG und des Arbeitsamtes im Sommer 2016 zum Gedankenaustausch mit Günther Leufgen und einigen Personalvertretern an der Bleialfer Straße weilte.
Zu Besuch bei LEUFGEN:
Harald Mollers mit IAWM (2014)>
Isabelle Weykmans mit WFG und Arbeitsamt (2016) >
Ferdy Meyers bereits als Markenbotschafter unterwegs

Beim aufschlussreichen Rundgang durch den Betrieb traf der Ministerpräsident übrigens auf ein Unternehmen, das seit einigen Monaten das Label „Ein Unternehmen aus Ostbelgien“ auf seinem Dokumenten und Fahrzeugen führt. Metallgestaltung Ferdy Meyers ist seit einigen Jahren im weitläufigen Komplex der Firma J.M. Leufgen AG beheimatet, wo er mit fünf Beschäftigten (übrigens allesamt im eigenen Betrieb ausgebildet) eine autonome großräumige Schlosserei betreibt.
Zweifellos auch eine Motivation für die Zuerkennung des Standortlabels „Ein Unternehmen aus Ostbelgien“, das in schlanker grauer Schrift mitsamt blau-grünem Logo u.a. seine schwarz Fahrzeuge ziert. Zumal Ferdy Meyers ebenfalls zu den regelmäßigen Partnern der Handwerkerbörse in der Landeshauptstadt zählt. Weshalb sein Betätigungsfeld heute von Luxemburg bis Brüssel reicht.
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In der Firmenbezeichnung liegt der Fokus erkennbar auf dem zweiten Wort: Gestaltung. In der Tat richtet Ferdy Meyers sein handwerkliches Bestreben in über dreieinhalb Jahrzehnten Berufserfahrung stets auf die Synthese von Funktionalität und Ästhetik. Das kleine, überaus leistungsstarke Unternehmen in Schönberg dokumentiert in zahlreichen Objekten vor allem sein ausgewiesenes Verständnis für Metallgestaltung - indem Ferdy Meyers und sein Team stets bemüht sind, Raum für Individualität zu schaffen.
Zukunftsorientierter Schritt von „Racepoint“ im Ortskern

Beschlossen wurde der ministerielle Abstecher ins Ourtal bei einem weiteren Unternehmen, das seit einigen Jahren beispielhaft für die bekannt hohe gewerbliche Intensität vor Ort steht: „Racepoint“, ein Radfachgeschäft, das vor allem seit der Ansiedlung im Ortskern im Herbst 2016 zu einem überregionalen Schaufenster avancierte - das in der Zwischenzeit Radler aus einem Umkreis bis zu 150 Kilometern ansteuern.
Es war im doppelten Sinne ein bemerkenswerter und zugleich mutiger Schritt auf dem weiteren Weg einer erfolgreichen gewerblichen Tätigkeit in der Eifel, als der Radsportfachbetrieb „Racepoint“ in Schönberg damals zum „Elite Shop“ des weltweit tätigen Unternehmens „Specialized“ aufstieg - verbunden mit dem Umzug in neue, großflächige Geschäfts- und Serviceräume mitsamt Werkstatt und Magazin. Zweifellos eine bedeutende strukturelle und zukunftsorientierte Etappe in der heute fast zwölfjährigen Tätigkeit von „Racepoint“ in Verantwortung von Achim und Elke Leufgen-Keller als längst auch überregional gefragter, da überaus fachkundiger Ansprechpartner.
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Wie das Interesse, die Nachfrage und die Anerkennung aus Hobby- wie Profikreisen unterstreichen, konnte sich „Racepoint“ mit ebenso funktionell modischen wie technisch hochwertigen Produkten einen allseits geschätzten Namen in der Branche machen. Hierzu trug und trägt nicht zuletzt die individuell ausgerichtete Beratung und Begleitung („Body Geometry Fit“) sowie der umfassende Kunden- und Reparaturservice maßgebend bei.
Frei nach dem Leitgedanken „Made in Ostbelgien“, wo das Rad - ganz gleich ob zur Betätigung in Sport, Freizeit oder Tourismus - in den letzten Jahren erkennbar an Stellenwert gewonnen hat.
„Racepoint/Specialized“ wichtiges Schaufenster über Grenzen
Vor diesem Hintergrund zielte die infrastrukturelle Erweiterung in zentraler Lage im Ortskern nicht nur auf eine Konsolidierung der Marktposition in allen Radtypen von Mountain- über Renn- und Trekking- bis E-Bike ab, sondern zugleich auf eine gezielte Ausweitung der Tätigkeit im euregionalen Großraum - stets im engen exklusiven und seit Jahren bewährten Partnership mit „Specialized“.
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Wie sich Oliver Paasch und Daniel Niessen beim Rundgang durch Geschäft, Werkstatt und Lager (mitsamt Sanitärtrakt für Radsportevents) und im Austausch mit Achim und Elke Leufgen-Keller überzeugen konnten, ist nicht nur die Nachfrage nach hochwertigem Material beständig gestiegen, sondern vor allem das Angebot, das in seiner Vielschichtigkeit, seiner Ausführung und seiner Fertigung keine Wünsche offen lässt. Ganz gleich ob traditionell mit eigener Kraft oder durch Unterstützung durch die Technik. Gerade auch im Bereich E-Bike hat das Sortiment bei „Specialized“ in den letzten Jahren eine ungeahnte Ausweitung erfahren (bis hin zu leistungsstarken Mountainbike).
Jedenfalls sähe es der Ministerpräsident gerne, wenn auch Achim Leufgen mit „Racepoint“ in Kürze als Markenbotschafter für Ostbelgien „on the road“ wäre, zumal die Strahlkraft des Unternehmens bereits jetzt von Brüssel bis Köln und von Maastricht bis Luxemburg reicht.
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